Mit dem Fahrrad quer durch Indien

Nach meinem Studienabschluss packte mich der Reisedrang und die Idee, Indien mit dem Fahrrad zu durchqueren. Mein Freund war begeistert von diesem Plan und nach 14 Tagen standen wir auch schon mit unseren Rädern auf indischem Boden. Ein Last Minute Abenteuer par excellence!

Unsere Strecke: Südindien Westküste

Warum ausgerechnet eine Radreise? Mich reizt daran wohl am meisten, dass man weder zu schnell noch zu langsam unterwegs ist und so die Natur, Architektur sowie die Einwohner möglichst intensiv und hautnah erleben kann. Man nimmt wirklich jeden einzelnen Kilometer und die Umgebung mit allen Sinnen wahr. Auch die Freiheit, überall anhalten zu können wo man möchte, ist uns sehr wichtig geworden.


Tipp: Indien Reisezeit

In Südindien sollte man die Monsunzeit von Juli – August vermeiden. Von April – September kann es sehr heiß und schwül werden, deshalb wäre die Zeit von Oktober – März die optimale Reisezeit.


Traumstrände & indische Gastfreundlichkeit: Varkala bis Kochi

Die Reise startet in Mumbai, von wo wir mit dem Zug in 35 Stunden bis zum Südzipfel Indiens nach Varkala im Bundesstaat Kerala fahren. Endlich steigen wir auf unsere Räder, unser 3-wöchiges Radabenteuer kann beginnen!

Arbeiterinnen am Strand von Kasarkord, Südindien

Fischer reparieren ihre Fischernetze bei Varkala

 

Die hohen roten Klippen sind palmenbedeckt, schon unweit von Varkala entdecken wir eine „Beach road“, die man mit dem Fahrrad sehr gut befahren kann. Dort findet man einsame, traumhafte Palmenstrände und unberührte Natur. Wir rollen an den bunten Holzbaracken der Einwohner vorbei und schauen den Fischern bei ihrer Arbeit zu. Obwohl die Leute hier für unsere Verhältnisse wenig besitzen, strahlen sie eine unglaubliche Zufriedenheit und Ruhe aus. Viele Schulkinder winken uns zu.
Essen gibt es überall an kleinen Ständen neben der Straße. Wir kaufen hauptsächlich Bananen, Chips und Wasser. In größeren Ortschaften gibt es auch leckere Restaurants. Wer es nicht allzu scharf mag, sollte lieber nachfragen, denn außerhalb der touristischen Orte sind die Speisen besonders würzig!

 

Backwaters bei Kollam

Egal, wo wir hinkamen, wurden wir von den Einwohnern freundlich begrüßt

Schon bald trifft man auf die Backwaters, ein weitverzweigtes Flussnetz, welches von Kollam bis nach Kochi führt (ca. 120 km). Mit Hausbooten oder kleineren Booten kann man hier stunden- und tagelang die Kanäle entlang fahren. Wir nehmen unsere Räder auf einem Boot bis nach Alappuzha mit. Danach geht es wieder auf kleinen Straßen Richtung Kochi. Auch an dieser Strecke verstecken sich traumhaft schöne, kilometerlange, menschenleere Palmenstrände.

Munnar & Chinnar Nationalpark: malerische Berge und Teeplantagen

Die Straße von Kochi nach Munnar ist lang und steil. Das malerische Gebiet liegt auf 1800 m Höhe und ist übersät mit Teeplantagen. Mit dem Rad hat man die einzigartige Möglichkeit, Munnar abseits des Touristengetümmels zu erkunden und trifft auf einsame Regionen inmitten der Berge. Der erste Nationalpark auf unserer Strecke ist der Chinnar Nationalpark.

Hanuman-Languren in Indien

Auf der wunderschönen Abfahrt beobachten wir eine unglaubliche Naturvielfalt, die man in so kurzer Zeit fast nicht verarbeiten kann: wir fahren durch saftig grüne Teeplantagen in den eher trockenen, steppenartigen Nationalpark, vorbei an unzählig vielen exotischen Pflanzen, Baum- und Tierarten und genießen es, einmal nicht treten zu müssen.

Munnar Teeplantagen

Übernachten im Herzen des Jungels: Mudumalai Tiger Reserve

Endlich geht es wieder bergab!

Erwischt – dieser Frechdachs hat sich mit unseren Bananen davongemacht!

Die nächste Etappe führt von Coimbatore nach Coonoor, im Gebiet um Ooty im Bundesstaat Tamil Nadu, eine Bergstadt auf ca. 2300 m Höhe. Eine neu asphaltierte Straße mit vielen Windungen führt hinauf. Affen sitzen am Straßenrand und beobachten uns. Einer davon stiehlt sogar unsere Tagesration Bananen, die wir am Gepäcksträger montiert haben! Die Auffahrt ist anstrengend, aber dafür werden wir oben mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Es sind abermals sattgrüne Teeplantagen, die die Umgebung zieren. Die steile Abfahrt führt in den Mudumalai Nationalpark im Bundesstaat Karnataka.

Im Herzen des Mudumalai Tiger Reserves


Tipp: Unterkünfte

Dadurch, dass Indien so dicht besiedelt ist, gibt es relativ viele Unterkunftsmöglichkeiten. Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte trotzdem berücksichtigen: nicht in jedem Dorf gibt es ein Hotel. Pro Doppelzimmer kann man im Durchschnitt mit 10 € pro Nacht rechnen.


Beim Kuchen kaufen in Gokarna wollen auch die Ziegen mitmischen

Wilder Elefant im Mudumalai Tiger Reserve

Kurz vor Masinagudi findet man die Jungle Bungalows wild haven, in denen man gesichert direkt im Herzen des Nationalparks übernachten kann. Wir treffen auf wilde Elefanten und Antilopen. Der Weg führt weiter durch kleine Dörfer, in denen uns Schulkinder neugierig beobachten. Es wird langsam wieder wärmer, trotz 1000 m Seehöhe. Am Straßenrand werden wir mit frischgepresstem Orangensaft und Kokosnüssen verwöhnt.

Indien, Land der Paläste: Mysore und Sringeri

Weiter geht es nach Mysore, ein lebendiger Ort, der auch als „Stadt der Paläste“ beschrieben wird. Die Führung im Maharajapalast, einem der bekanntesten Paläste Indiens, gibt tiefe Einblicke in die Indische Geschichte. Jeden Sonntagabend wird die Palastfassade von über 80.000 Glühbirnen hell erleuchtet. Auch der berühmte Devaraja Markt im Inneren der Stadt ist ein buntes Erlebnis.

Der Vidyashankara-Tempel in der heiligen Stadt Sringeri

Blütenverkäufer am Devaraja Markt in Mysore

Vorbei an weiß blühenden Kaffeeplantagen mit süßlichem Duft, Reisfeldern, goldenen Tempeln und Weihnachtssternalleen geht es über Madigere weiter bis zur heiligen Stadt Sringeri. Dort steht der großartige Vidyashankara-Tempel. Sringeri ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte in Karnataka. Wir treffen dort auf einen großen, bunten Festumzug, der von Elefanten angeführt wird. Die Abfahrt ans Meer geht rasch und in Marvanthe-Beach bekommen wir einen schönen Bungalow direkt am Palmenstrand. In den nächsten Tagen geht es die Küste entlang.

Malerische Bilder, wohin das Auge blickt: Vater und Sohn im Küstennebel

Yoga Paradies: Gokarna und Goa

Ein Highlight der Westküste sind OM Beach und Half Moon Beach in Gokarna. An diesem malerischen Gebiet werden besonders Entspannungssuchende Gefallen finden, im hiesigen Resort „SwaSwara“ werden Ayurveda Behandlungen und Yoga-Ferien angeboten. Wir kommen entlang des Meeres bei Temperaturen um 40°C auch so ziemlich ins Schwitzen und sind sehr dankbar für den kühlenden Fahrtwind.

Kokospalmen in Cabo de Rama

Pallolem Sandstrand in Goa, Indien

Im Bundesstaat Goa ist der Besuch des bekannten Palolem Beach ein Muss. Trotz des Touristenandranges strahlt dieser Küstenabschnitt einen ganz eigenen Charme aus. Unter den Palmen reihen sich zahlreiche bunte Holzhütten, die Restaurants mit indischer Küche, Bars und Unterkunftsmöglichkeiten direkt am Strand beherbergen. Einige Kilometer entfernt entdeckten wir einen abgelegenen Strand, der wunderschön und menschenleer ist: Cabo de Rama Beach.

Tofugerichte in Pallolem

End of the Road: Mumbai

Die letzten 15 km unserer Radreise rollen wir direkt am festen Sandstrand entlang und steigen in Margao in den Zug zurück nach Mumbai.

Auch die Hauptstadt von Maharastra ist definitiv einen Besuch wert! Auf unserer kurzen Entdeckungstour durch Mumbai beobachten wir zahlreiche Kühe auf den Straßen, Essensmöglichkeiten an jeder Ecke, interessante Architektur, Markthallen etc.

Kleine Rastpause mit frischen Bananen

Gemüsemarkt im Mumbai

Am Flughafen packen wir unsere Räder in Kartonschachteln, die wir kurz davor auf einem Markt gekauft haben. Neugierig beobachtet uns das Flughafenpersonal dabei.

Wie im Flug ist Südindien an uns vorbeigezogen – glücklich, voller neuer Eindrücke und ein wenig erschöpft beenden wir unser Abenteuer auf zwei Rädern. Ich kann diese Art zu Reisen jedem nur weiterempfehlen und Indien ist ein Land, das hinter jeder Straßenkurve Überraschungen bereit hält.


Tipp: Radmitnahme

Mit der Fluggesellschaft Emirates darf man 30 kg Gepäck/Person transportieren. Es sollte sich genau ein Rad mit Gepäck ausgehen. Das Fahrrad in eine Kartonschachtel verpacken und los gehts!

Ein Gedanke zu „Mit dem Fahrrad quer durch Indien“

  1. A very nice & attractive Place information about our Karnataka & india & very nice Pics & Photos. We would like to give some information about a Beautiful Hotel cum Paradise Resort in Uttara Kannada of Kumta district namely Kinarastay!
    located near the highway of Kumta Kinarastay is attracting tourists from all over india with its warm Hospitality & Treatment. The main center of attraction from Kinarastay is the famous Gokarna & Murudeshwara Temples of lord Eshwara located on the Beach side.

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