Route 66: Roadtrip durch Las Vegas & den wilden Westen

Mit dem Auto auf der Dirt Road im Monument Valley © Julia Schafhauser

Nostalgische Tankstelle an der Route 66 © David Gochfeld

Corvette Parking Sign an der Route 66 © Julia SchafhauserKaum eine andere Straße in den USA ist so legendär und wurde so viel besungen wie die historische Route 66, auch „The mother road“ genannt. Dieser Roadtrip war für mich die Suche nach einem Stück amerikanischer Geschichte. Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl von Freiheit, wenn man auf vier Rädern die endlosen Weiten und Schönheit der Natur des wilden Südwestens erkundet …

Offiziell als einer der ersten Highways Amerikas im Jahr 1926 eröffnet, verlief die Route 66 ursprünglich von Chicago bis Santa Monica in Kalifornien, doch aufgrund der hohen Zunahme des Individualverkehrs wurden große Teile der Straße ab den 50er Jahren sukzessive durch einen vierspurigen Highway ersetzt. Einer der berühmtesten und längsten erhaltenen Teil davon befindet sich in Arizona.

Februar und März sind als Reisezeit ideal, da das Wetter nicht zu heiß ist und die Massen noch bis Spätfrühling ausbleiben.

Welcome Sign Las Vegas © Julia Schafhauser

Las Vegas: Lichteroase in der Wüste

  • Luxor Hotel & Casino: 3900 South Las Vegas Boulevard
  • Stratosphere Tower: 2000 South Las Vegas Boulevard
  • The Venetian: 3355 South Las Vegas Boulevard

Das Venetian Hotel in Las Vegas © Julia Schafhauser

In Las Vegas gibt es unter anderem den EIffelturm und venezianische Kanäle zu sehen © Julia Schafhauser

Ausgangspunkt unserer Reise war eine Nacht in Las Vegas in Nevada, das hauptsaächlich für Gluücksspiele, Shopping, Unterhaltung und ausschweifendes Nachtleben bekannt ist. Bei einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Las Vegas Strip kann man die außergewöhnliche Architektur der zahlreichen Hotels, wie zum Beispiel das Luxor & Casino Hotel, eine gigantische erleuchtete Pyramide, oder Excalibur & Casino, ein Hotel, das wie ein überdimensioniertes Schloss aussieht, bewundern. Die Mutigen unter euch können vom Stratosphere Tower einen 261 Meter Bungeejumping-Sprung über den Lichtern der Stadt wagen.

Las Vegas Strip bei Nacht © Julia Schafhauser

Wir haben uns für eine Nacht in The Venetian & The Palazzo & Casino, einem der größten Hotels am Strip, eingemietet. Angrenzend an das Hotel im venezianischen Stil wurden Teile Venedigs mitsamt Kanälen nachgebaut, sodass man stilecht italienische Pizza unter künstlichem Himmel (bei Nacht Sternenhimmel) vollklimatisiert in der Wüste genießen kann. Vorausgesetzt man hat nicht all sein Geld davor in einem der zahlreichen Casinos verspielt.

Motel an der Route 66 © Julia Schafhauser

Hackberry Store © Julia Schafhauser

Ein sehenswerter Abstecher: Grand Canyon & Monument Valley

  • Grand Canyon National Park: 60 Meilen nördl. v. Williams, Arizona
  • Hackberry General Store: 11255 E Highway 66, Arizona
  • Monument Valley: 60 Meilen nordöstl. v. Navajo National Monument, Utah
  • Hoover Dam: 30 Meilen südöstl. v. Las Vegas, US Highway 93 South

1 Meile =1,6 km

Nach all den audiovisuellen Sinneseindrücken von Las Vegas geht es nun endlich auf die Route 66. Im Anschluss an einen kurzen Stop am Hoover Dam, dem beindruckenden Staudamm im Black Canyon des Colorado River, machen wir noch einen Trip zum Grand Canyon National Park und Monument Valley, das in Utah auf Navajo Gebiet liegt.

Blick in den Rückspiegel in Monument Valley © Julia Schafhauser.

Hoover Dam, eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit an der Route 66 © Julia Schafhauser

Vorbei an alten Motels und American Diners ist auf diesem Abschnitt der Route 66 Hackberry Store einen Besuch wert, wo man allerlei historische Artefakte besichtigen und und ein nettes Souvenir erwerben kann. Für die Männerwelt empfehle ich einen Besuch der hiesigen Örtlichkeiten, da die Wände mit Pinup-Girl-Postern aus dem vergangen Jahrhundert übersät sind.

Eine der schönsten Arten den Grand Canyon zum ersten Mal zu sehen, ist während des Sonnenaufganges. Frühaufsteher werden mit tollen Bildern und einer einzigartigen Stimmung am Abgrund dieses Naturwunders belohnt.

Grand Canyon Aussicht © Julia Schafhauser

Kurz bevor man das Vierländereck („Four Corner“) von Utah, Colorado, New Mexiko und Arizona erreicht, fährt man bei Monument Valley vorbei, das als Hintergrund für viele Wildwestfilme gedient hat. Es befindet sich auf Navajo Gebiet und wird von amerikanischen Ureinwohnern des Navajo Stamms verwaltet. Eine 20 km lange Geländestraße, die am besten mit einem Jeep zu bewältigen ist, erschließt ein weitläufiges Areal von roten und orangen Kalk‐ und Sandsteinformationen in karger Umgebung, deren Schönheit besonders in den Abendstunden atemberaubend ist.

Sonnenuntergang im Monument Valley © Julia Schafhauser

Utah, eine Station auf der legendären Route 66 © Julia Schafhauser

Unser Schlafplatz nach diesem aufregenden Tag war La Posada, ein historisches Bahnhofshotel aus den 30er Jahren, das heute ein stummer Zeitzeuge der goldenen Zeit der Route 66 ist. Das im spanischen Haciendastil gebaute Hotel liegt direkt an den ehemaligen Gleisen. Nach einem guten Essen im Turquoise Room hat man die Möglichkeit dort alte Dampflokomotiven zu besichtigen. Ein Augenschmaus für Alt und Jung.

Das Highlight der speziellen Art: Dinosaurierfußspuren

Am Weg zurück zur Route 66 kann man unweit von Tuba City versteinerte Dinosaurierfußspuren gleich neben der Straße finden. Gegen ein kleines Entgelt führt uns ein netter Einheimischer herum und zeigt uns die Abdrücke, die für das normale Auge schwer zu finden wären. Für alle Dinophilen eine absolut tolle Gelegenheit auf demselben Boden wie einst T‐Rex zu spazieren.

Dinofussspuren Parkplatz an der Route 66 © Julia Schafhauser

Dinofussspur in der Wüste © Julia Schafhauser

Standing on the Corner: Die Must-Sees entlang der Route 66

  • Corner in Winslow: Route 66, North Kinsley Ave., Winslow
  • La Posada Hotel: 303 E 2nd Street, Winslow
  • The Turquoise Room Restaurant: 305 East 2nd Street, Winslow
  • Moenkopi Dinosaur Tracks: U.S. Hwy 160 Tuba City, Arizona

100 km westlich von Flagstaff beginnt einer der längsten, durchgehenden Abschnitte der Route 66. Das wohl berühmteste Motel ist das 1940 in Holbrook erbaute Wigwam Motel, bei dem sogar der Check‐in ein sehr amerikanischer Drive‐in ist.

Das bekannte Wigwam Motel an der Route 66 © Julia Schafhauser

Der berühmte "Corner in Winslow Arizona" © Julia Schafhauser

Verlassene Autoreperaturbetriebe mit alten VW Bussen und stillgelegte Tankstellen säumen die Straße und zeugen von der einstigen Geschäftigkeit der Gegend. Heutzutage sind viele Geschäfte meistens Touristensouvenirshops, doch wer mit offenen Augen nach links und rechts schaut und ein bisschen genauer hinsieht, kann mit ein wenig Fantasie noch die Glanzzeit der Route 66 erahnen.

Wer den berühmten Eagles Song „Take it easy“ kennt, der muss natürlich auch die berühmte Kreuzung in Winslow besuchen, die darin besungen wird („Standing on a corner‐in Winslow, Arizona…“). Ein absoluter Klassiker!

Kunstwerke der Natur: Die gemalte Wüste & der versteinerte Wald

Meteor Krater in der amerikanischen Wüste © Julia Schafhauser

Diner an der Route 66 © Julia Schafhauser

Ein humorvolles Kometen-Straßenschild in der Wüste © Julia Schafhauser

In der Nähe von Flagstaff gibt es ein weiteres Highlight zu sehen für alle Naturbegeisterten. Der Meteor Crater, ein gigantischer Einschlagskrater mitten in der Wüste, ist definitiv einen Aufenthalt wert. Bei einer 1,5 stündigen Wanderung inklusive Führung kann man den Krater umrunden.

Die "gemalte Wüste" in Arizona © Julia Schafhauser

Versteinerte Baumstämme in der Wüste © Julia Schafhauser

  • Meteor Crater: Interstate 40, Exit 233, Winslow
  • Painted Desert & Petrified Forest National Park: Interstate 40, 50 Meilen v. d. Grenze New Mexikos
  • Old Tucson Studios: 201 South Kinney Road, Tucson, Arizona

Südlich geht es weiter mit der „gemalten Wüste“ Painted Desert und dem „versteinerten Wald“ Petrified Forest National Park. Beides sind einzigartige Launen der Natur, die kein Roadtripper verpassen sollte. Ich war fasziniert von den Farben und der Schönheit dieser Orte. Der versteinerte Wald ist ein abgeschlossenes Areal mit einer 35 km langen Aussichtsstraße entlang der man anhalten und durch die unwirkliche Landschaft spazieren kann. Es gleicht fast schon einer Mondlandschaft aus einem Science-Fiction-Film. Auf den ersten Blick denkt man, es sind umgefallene Bäume, doch auf den 2. Blick sieht man, dass alles zu Stein geworden ist.

Bevor wir West Tucson und seine Kakteen erkunden, statten wir den Old Tucson Studios einen Besuch ab. Die ehemalige Filmkulisse für viele Western ist heute ein Vergnügungspark mit Wild-West‐Vorführungen. Für all jene, die gern die TV-Serie „Unsere kleine Farm“ als Kinder geschaut haben, gibt es die Filmkulisse mitsamt Kirche und Kostümen zu bewundern.

Tucson Filmstudios Kulisse © Julia Schafhauser

Kostüme aus der US-Serie "Unsere kleine Farm" © Julia Schafhauser

Paradies für Kakteenliebhaber: Sonora Wüste

  • Saguaro National Park:
    Golden Gate Road, Tucson, Arizona
  • Sonoran Desert Museum:
    2021 North Kinney Road, Tucson

Am Ende unseres Trips zweigen wir von der Route 66 ab und fahren direkt in die Sonora Wüste, die an der mexikanisch‐amerikanischen Grenze liegt. Absolut sehenswert ist der Saguro National Park, der berühmt für seine unähligen riesigen Kakteen ist. Das Sonoran Desert Museum klärt über die verschieden lokalen Tier‐ und Pflanzenarten auf, es ist wie Freilichtmuseum und Zoo in einem. Falls man den Wunsch verspüren sollte, kann man hier auch mit einer Vogelspinne persönliche Bekanntschaft machen. Ein wirklicher toller Ort, um sich mit der ungewohnten Umgebung vertraut zu machen und dann eine Kakteenwanderung zu unternehmen.

Karte der Kakteenarten in der amerikanischen Wüste © David Gochfeld

Saguaro Riesenkaktus in der amerikanischen Wüste © David Gochfeld

Die Route 66 mit der Landschaft, die sie umgibt, ist so vielfältig und einzigartig wie dieses Land selbst. Auch wenn vieles nur noch Mythos und Geschichte ist, so kann man sich doch der Faszination dieser Straße nicht entziehen. Die endlose Weite und das stundelange Fahren durch unbesiedeltes Territorium sind Teil des Erlebnisses. Es ist DER American Road Trip schlechthin. Ein Abenteuer für alle Sinne.

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