Alohomora! Schottland für Harry Potter Fans

Seit Samstag ist J. K. Rowlings neuestes Buch – „Harry Potter und das verwunschene Kind“ – aus dem Harry Potter-Universum auf Deutsch erhältlich. Als Hogwarts-Fans der ersten Stunde haben wir die wichtigsten Schauplätze in Schottland besucht. Also! Packt eure Zauberstäbe ein, Tür auf (Alohomora!), Licht an (Lumos!) und folgt uns:

J. K. Rowling ist nicht nur Wahlschottin (sie lebt und arbeitet dort), sie hat sich auch stark von Land und Leuten inspirieren lassen. Mit unserem Guide könnt ihr nun zu den Ursprüngen, Inspirationsstätten und Drehorten von Harry Potter reisen; am besten mit den E-Books im Gepäck, um die entsprechenden Stellen gleich vor Ort nachzulesen.

Die Ursprünge

Beginnen sollte eure Reise – genauso wie die Potter-Geschichten – jedenfalls in Edinburgh. Weil sie die Heizung in ihrer Wohnung nicht zahlen konnte, flüchtete J. K. Rowling oft ins gemütliche Café The Elephant House, wärmte sich auf und schrieb so ganz nebenbei an den ersten Potter-Romanen. Heute reicht die Schlange von Potter-Fans häufig bis zur Straße und dennoch zahlt es sich aus, in dieser gemütlichen Umgebung eine warme „Fleur’s Fantasy“ (heiße Schokolade mit Bailey’s) zu probieren, zwischendurch die vielen Widmungen von Fans in der Toilette zu lesen und davon zu träumen, selbst einmal einen Roman zu schreiben.

Hier schrieb J. K. Rowling an den ersten Büchern
Hier schrieb J. K. Rowling an den ersten Büchern

Auf dem Friedhof Greyfriars Kirkyard, gleich hinter dem Café, ruhen „Thomas Riddell“ und „William McGonagall“, die möglicherweise Inspiration für die Namen von Minerva McGonagall und Voldemort (Tom Riddle) gewesen sind und jedenfalls Ziel für so manche Potter-Pilgerreise wurden. Der in „Harry Potter und der Feuerkelch“ beschriebene Friedhof, in dem sich die sterblichen Überreste Voldemorts befinden, ist jedenfalls verdächtig genauso beschrieben, wie Greyfriars. Und so verwundert es nicht, dass Fans auf Thomas Riddells Grab wundersame Botschaften an Voldemort hinterlassen.

Liegt hier Voldemort begraben? © Shutterstock.com
Liegt hier Voldemort begraben? © Shutterstock.com

Und nur ein paar Schritte weiter liegt die George Heriot’s School, die mitten in der Stadt wie eine einsame kleine Festung wirkt und ganz offensichtlich eines der Vorbilder für Hogwarts wurde.

Hogwarts Express

Doch wie kommt man nach Hogwarts, wenn man nicht gerade am Londoner Bahnhof King’s Cross auf Bahnsteig 9¾ gelandet ist? Ganz einfach: Man fährt auf die wunderschöne Panoramastraße „Road to the Isles“ in Richtung Hebrideninseln und hält beim Glennfinnan Viadukt: Die alte Dampflokomotive, die über diese beeindruckende Brücke fährt, ist der Hogwarts Express, wie ihr ihn aus den Filmen kennt! Am Parkplatz zum Glennfinnan Monument bzw. ein paar Höhenmeter weiter auf dem Hügel dahinter stehen auch täglich hunderte Fans um den Zug abzupassen und zu fotografieren, wenn er mit lautem Getöse Dampf ablässt. Ganz besonders eingefleischte Fans fahren selbst mit dem Zug (ein Return-Ticket kostet derzeit 34 Pfund).

Auf geht's nach Hogwarts mit dem Jacobite Steam Train
Auf geht’s nach Hogwarts mit dem Jacobite Steam Train
Wer schießt das beste Foto?
Wer schießt das beste Foto?

Hogwarts

Habt ihr den Zug verpasst, geht es am besten per Flohnetzwerk oder Apparieren nach Hogwarts – denn die bedeutendste Zauberschule der Welt sowie ihr Nachbarort Hogsmeade sind in den Büchern in Schottland angesiedelt. Gedreht wurde vor allem in den ersten beiden Filmen direkt an der schottischen Grenze im Alnwick Castle. Die „On Location“-Tour bringt euch zu allen Drehorten und wenn man sich gleich morgens bei den KollegInnen von Madame Hooch im „Knight’s Quest“ anmeldet, kann man auch Besenfliegen lernen 😉

Willkommen in Hogwarts! © Shutterstock.com
Willkommen in Hogwarts! © Shutterstock.com

Quidditch

Damit sind wir auch schon beim berühmten Besensport gelandet: Quidditch! Nicht nur stammen zwei der bekanntesten Teams der Quidditch-Liga, die Montrose Magpies und die Wigtown Wanderers, aus Schottland, das fiktive schottische Nationalteam ist sehr viel besser als seine realen Rubgy- und Fußball-Entsprechungen 😉 Dementsprechend gibt es auch zahlreiche echte Muggel-Quidditch-Teams in diesem Land – darunter jenes von St. Andrews: die St Andrews Snidgets. Sollte es euch in diese pittoreske Universitätsstadt verschlagen (in der sich übrigens Prince William und Kate Middleton kennenlernten), könnt ihr echten Quidditch Trainings jeweils mittwochs und samstags von 14 bis 16 Uhr in North Haugh (direkt vor der „A Blackadder Hall“) beiwohnen.

Ein perfektes Quidditch-Feld für die St. Andrews Snidgets
Ein perfektes Quidditch-Feld für die St. Andrews Snidgets

Eine unbedingte Empfehlung ist auch die etwa zweistündige Wanderung durch den Nevis Gorge zu den Steall Falls, jenen Wasserfällen, die ihr in den Filmen „Harry Potter und der Feuerkelch“ sowie „Harry Potter und der Halbblutprinz“ jeweils als Hintergrund zu einem Quidditch Spiel bewundern könnt.

Wo ist bloß der goldene Schnatz? © Shutterstock.com
Wo ist bloß der goldene Schnatz? © Shutterstock.com

Zaubereiministerium

Das Zaubereiministerium befindet sich zwar in London, dennoch hat vor allem das Amt für Desinformation, dessen Aufgabe es ist, magische Vorkommnisse unverdächtigen Begründungen für die Muggelöffentlichkeit zu vertuschen, viel in Schottland zu tun. Das häufige Auftauchen des Kelpies zum Beispiel, einem Wasserdämon, der laut Potter-Büchern im Loch Ness lebt, wurde von diesem Amt als reine Presseerfindung verharmlost. Im Loch Ness Centre könnt ihr euch selbst davon überzeugen, wie gute Arbeit das Amt für Desinformation geleistet hat und wie sogar Fotos des Ungeheuers von Loch Ness als Fälschungen und Zeitungsenten abgetan wurden.

Ablenkung für Muggels: Das Loch Ness Centre
Ablenkung für Muggels: Das Loch Ness Centre
Nessie oder Kelpie?
Nessie oder Kelpie?

Berühmte Zauberer

Schließlich und endlich stammen einige der berühmtesten Zauberer aus Schottland: Professor McGonagall zum Beispiel, Hauslehrerin von Gryffindor, Verwandlungslehrerin und zweite Hand von Albus Dumbledore kommt von einer Caithness Familie hoch im Nordosten Schottlands. Kein Wunder also, dass sie eine besondere Vorliebe für Schottenkaros hat 😉

Ja, und forscht man ein wenig über die Drehorte der Filme nach, findet man heraus, dass niemand geringerer als Professor Albus Dumbledore in Eilean na Moine begraben liegt. Diese kleine Insel befindet sich auf dem pittoresken Loch Eilt in den westlichen Highlands Schottlands und ist einen Ausflug wert!

Letzte Ruhestätte Dumbledores © Shutterstock.com
Letzte Ruhestätte Dumbledores © Shutterstock.com

Schottland hat natürlich viel mehr zu bieten als Harry Potter, aber wer sich auf Zauber-Spuren begeben möchte, wird definitiv nicht enttäuscht. Was wir auf unserer Reise noch ganz anderweitig Magisches, Geheimnisvolles und Gruseliges erlebt haben, erzählen wir euch rund um Halloween. Inzwischen heißt es erst einmal: „Missetat begangen!“

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