Côte d’Azur – Von Nizza bis nach Cannes

An der Côte d’Azur ist nicht nur das Meer azurblau, sondern auch der Himmel. Reiseloggerin Gudrun war von Nizza über Cannes bis nach Grasse auf den Spuren vieler Künstler unterwegs und hat viele kulinarische Tipps für euch im Gepäck.

Vorsichtig halte ich meine Zehen ins Meer. Doch, ein Sprung ins gar nicht so kalte Wasser wäre schon möglich gewesen. Wenn ich denn meine Badesachen eingepackt hätte! So wie viele Einwohner Nizzas hätte ich von meinem Hotel aus nur die Strasse überqueren müssen, mich an den Strand legen und ab und zu einen Sprung ins Mittelmeer wagen können. Irgendwie kam es mir aber gar nicht in den Sinn, es war schließlich schon Ende September. Doch hier an der Côte d’Azur hat es im Spätsommer immerhin noch 28 Grad, die Sonne strahlt und verwandelt das Meer und den Himmel in ein azurblaues Abenteuer.

Blick auf Nizza © Gudrun Krinzinger

Nizza – Nicht nur ein kulinarisches Gedicht

Also stehen weder Sonnenbaden noch ein Sonnenbrand auf meinem Programm, sondern zuallererst eine Fahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus. Ich will mir einen Überblick verschaffen.

Zuallererst geht es Richtung Alter Hafen zum Cap de Nice, bevor der Bus vorbei an Belle-Epoque-Gebäuden, die heute oftmals Hotelgäste beherbergen, hinauf zum Cimiez-Hügel fährt. Hier reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die andere: Das Kloster Cimiez mit Klostergarten und Kreuzgang, das Matisse-Museum und das Archäologische Museum.

Alter Hafen von Nizza © Gudrun Krinzinger

Nizza Altstadt © Gudrun Krinzinger

Das Hotel "Le Negresco" © Gudrun Krinzinger

Saint Paul © Gudrun Krinzinger

Nach gut einer Stunde Fahrt mit dem Doppeldeckerbus habe ich genug gesehen. Jetzt tauche ich in die schmalen Gassen der Altstadt ein und bleibe sofort im Maison Auer hängen. Kandierte Früchte zählen zu den Spezialitäten des Hauses, aber auch die mit zartbitterer Schokolade umhüllten Mandeln schmecken ausgezeichnet. Weiter geht es Richtung Cours Saleya, wo sich Blumenstände mit Obst- und Gemüseständen abwechseln. Hier finde ich die berühmten Spezialitäten der Nizzaer Küche. Die Socca sieht wie eine riesige Pizza aus. Sie besteht aus Kichererbsenmehl und wird direkt auf die Hand serviert. Pissaladière heißt ein Zwiebelkuchen mit Sardellenfilets und schwarzen Oliven und wer nach einem Dessert sucht, entscheidet sich für ein Tourte de Blettes, ein Kuchen mit Mangoldfülle und Pinienkernen.

Confiserie Auer © Gudrun Krinzinger

Socca © Gudrun Krinzinger

Wer lieber im Sitzen isst, sieht sich in den unzähligen Restaurants um und entscheidet sich am besten für eines mit dem Label „Cuisine Nissarde“. Diese Lokale fühlen sich der Nizzaer Küche verpflichtet und servieren ausgewählte traditionelle Rezepte wie „petits farcis“ (gefülltes Gemüse) oder „estocafic“ (Stockfisch). Dass man in einer Küstenstadt nicht auf frische Meeresfrüchte verzichten sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Ich zum Beispiel liebe Muscheln, muss mir aber sagen lassen, dass es kein typisches Gericht ist. Macht nichts!

Nizzas Köstlichkeiten © Gudrun Krinzinger

Cannes – Die Filmstadt am Mittelmeer

In Nizza könnte ich eine ganze Woche verbringen, es gibt unglaublich viele Museen. Trotzdem zieht es mich in die Filmstadt Cannes. Stilvoll reise ich in einem geliehenen Oldtimer, Mercedes 250 SE Cabrio, Baujahr 1972, an. Sogar ein Chauffeur wird mir zur Seite gestellt und Laurent zeigt mir die schönsten Plätze an der Küste, bevor er mich nach Cannes kutschiert. Immer wieder winken mir Leute zu und schön langsam fühle ich mich ein echter Filmstar.

Mein Oldtimer © Gudrun Krinzinger

Cannes, dieser Name steht für Kino, Kino und nochmals Kino. Ich sehe den Touristen zu wie sie die 24 Stufen zum Festivalpalast hochsteigen und sich in Pose werfen. Heiß begehrte Fotomotive sind auch die Handabdrücke berühmter Filmstars, die sich am Boden rund um den Festivalpalast befinden. Bevor ich mich der Führung Cannes and the Cinema anschließe, habe ich noch Zeit und ich spaziere die Croisette hinunter. Im Gegensatz zu Nizza verfügt Cannes über einen Sandstrand.

Starnd in Cannes © Gudrun Krinzinger

Das-Zehen-ins-Meer-strecken gehört schon zu meinem Ritual und dann begebe ich mich in eine der zahlreichen Strandbars. Glück gehabt, das Essen im CBeach schmeckt phantastisch und ist leistbar.

Garnelen im Cbeach, Cannes © Gudrun Krinzinger

Mit einem sehnsüchtigen Blick verabschiede ich mich vom Meer und gehe zum Treffpunkt der englischsprachigen Führung „Cannes and the Cinema“.

Nach gut zwei Stunden bin ich jetzt ein Spezialist in französischer Filmgeschichte. Besonders gut gefallen mir die vielen Wandgemälde, die sich überall in der Stadt befinden und berühmte Szenen der Filmgeschichte zeigen. Stilvoll geht es mit dem Mercedes wieder retour nach Nizza.

Wandmalereien © Gudrun Krinzinger

Saint-Paul de Vence – Die charmante Künstlerstadt

Am nächsten Tag zieht es mich ins Landesinnere. Schließlich lande ich (mit einem normalen Peugeot als Mietwagen) im verträumten Saint-Paul de Vence. Noch ist es früh am Morgen, die Gassen sind menschenleer. Dieser Ort hat Charme und einen unglaublich blauen Himmel. Hier gaben sich die berühmtesten Maler ab den 1920 die sprichwörtliche Türklinke in die Hand. Matisse, Chagall, Modigliani und Signac erschufen hier Meisterwerke. In den 1940 kamen die Schriftsteller hinzu: André Gide, Jean Cocteau, Jaques Prévert und Jean Giono. Schließlich fanden sich auch Regisseure und Schauspieler in Saint-Paul ein, die viele Touristen in den Ort lockten. Paul Newman dinierte mit Peter Ustinov, Sophia Loren war ein genauso gern gesehener Gast wie Romy Schneider, Tony Curtis und Roger Moore.

Das Haus von Jaques Prévert © Gudrun Krinzinger

Saint Paul de Vence © Gudrun Krinzinger

Grasse – Die Stadt des Parfums

Einen noch blaueren Himmel als in Saint-Paul finde ich dann in Grasse vor. Ich kann mich kaum satt sehen an den Farben der Häuser und des Himmels. Auch Grasse wurde von berühmten Persönlichkeiten entdeckt. Katharina von Medici brachte im 17.Jhdt. aus Italien die Mode parfümierter Handschuhe mit und 1747 gründete ein Freund Goethes, Jean de Galimard, die gleichnamige Parfümerie. Heute kann in Grasse jeder ein Parfum kreieren, Galimard und die ebenso bekannte Parfümerie Molinard bieten gegen Voranmeldung spezielle Kurse an.

Fragonard © Gudrun Krinzinger

Parfummuseum © Gudrun Krinzinger

Zum letzten Mal starre ich in diesen Himmel, bevor es mit dem Auto retour nach Nizza und von da aus mit dem Flugzeug nach Hause geht. Doch ich schwöre mir, ich komme bald wieder, denn ich will wissen: Ist der Himmel in Staint-Tropez, Menton und Monaco auch so blau?

Azurblauer Himmel in Grasse © Gudrun Krinzinger

Tipps für Nizza

Die Tickets für den Hop-On-Hop-Off-Bus können direkt im Bus oder online gekauft werden. Insgesamt werden 14 Stationen angefahren, die Informationen über Nizza sind in 8 Sprachen über Kopfhörer abrufbereit.
Hop-On-Hop-Off-Bus

Wer sich nicht alleine durch die Spezialitäten kosten möchte, hat in Nizza die Möglichkeit eine sogenannte Food Tour zu buchen. Die Tour dauert circa 4 Stunden und man verkostet Socca, kandierte Früchte, Wein, Pissaladiere und andere Köstlichkeiten.
Food Tour

Das Maison Auer ist in der rue Saint-Francois de Paule zu finden. Das Geschäft wurde im Jahre 1820 gegründet.
Maison Auer

Wer sich einmal im Leben als Filmstar fühlen möchte, bucht ein Classic Car samt Chauffeur und lässt sich die schönsten Plätze an der Côte d’Azur zeigen.
Rent a classic car

Tipps für Cannes

Die Themenführung „Cannes and the Cinema“ wird in französischer oder englischer Sprache angeboten. Das Ticket bekommt man im Fremdenverkehrsbüro, das sich im Festivalgebäude befindet.
Office du Tourisme du Palais des Festivals et des Congrés, 1 Boulevard de la Croisette
Cannes and the Cinema

Entlang der Croisette reiht sich eine Beachbar an die andere. Ich war mit dem Preis-Leistungsverhältnis der CBeach Bar sehr zufrieden.
CBeach Bar


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