Gebrauchsanweisung für Marokko

Marokko begeistert, überrascht und versetzt in Staunen. Ohne Zweifel ist kaum ein Reiseland so vielseitig wie das kleine nordafrikanische Königreich. Wir haben die besten Infos für euch gesammelt, damit eurer Marokko-Reise nichts im Wege steht. Bereit für jede Menge Vorfreude?

Die beste Jahreszeit

Ihr könnt Marokko prinzipiell das gesamte Jahr über bereisen. Die optimale Reisezeit hängt davon ab, was ihr vorhabt.

Wollt ihr dem Winter in Europa entfliehen? Nur zu! Die Durchschnittstemperatur in Marrakesch liegt im Jänner etwa zehn bis 15 Grad Celsius über jenen in Deutschland oder Österreich. Bei der Buchung einer Unterkunft solltet ihr jedoch darauf achten, dass diese auch mit einer Heizung ausgestattet ist – sonst sind kalte Zehen vorprogrammiert.

Die angenehmsten Temperaturen herrschen im Frühjahr und Herbst. In diesem Zeitraum kann man an den Stränden auch problemlos baden. Im Sommer klettern die Temperaturen in vielen Regionen auf unerträgliche 40 Grad Celsius.

Im Sommer braucht man definitiv eine Abkühlung © shutterstock.com
Im Sommer braucht man definitiv eine Abkühlung © shutterstock.com

Einreise und Visum

Die Einreise nach Marokko ist denkbar einfach: ihr benötigt kein Visum, sondern müsst lediglich ein Einreiseformular ausfüllen, das ihr im Flugzeug überreicht bekommt. Bei der Kontrolle wird euch der Grenzbeamte gegebenenfalls ein paar Fragen stellen („Woher kommst du?“, „Was machst du in Marokko?“). Bei Romeo, der ja Journalist ist, dauerte die Befragung ein bisschen länger, aber alles in allem war sie wirklich harmlos.

In Marokko trifft man auch Esel in den engen Gassen © Romeo Felsenreich
In Marokko trifft man auch Esel in den engen Gassen

Übernachten

Wenn ihr individuelle Hotels mögt, werdet ihr Marokko lieben! Wir sind immer noch der Meinung, dass die schönsten Hotels der Welt in Marokko liegen. Meist übernachtet man in einem sogenannten Riad, einem traditionellen marokkanischen Haus, das einen tollen Innenhof hat und sehr hübsch eingerichtet ist. Eines unserer absoluten Favoriten war übrigens das märchenhaft schöne La Sultana Hotel in Marrakesch.

Das Hotel "Karawan Riad" in Fès ist auch sehr empfehlenswert © Romeo Felsenreich
Das Hotel „Karawan Riad“ in Fès ist auch sehr empfehlenswert

Essen und Trinken

Datteln, Nüsse, Couscous: Für uns als Liebhaber von orientalischen Gerichten war Marokko ein Paradies! Die Küche Marokkos ist bekannt für ihre Kombination aus süß und salzig. Zugegeben: das mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein. Das Nationalgericht ist die sogenannte Tajine, ein Eintopf, der in einem Tongefäß zubereitet und serviert wird. Auch für Vegetarier ist fast immer etwas dabei – notfalls steht immer eine vegetarische Tajine auf der Speisekarte.

Tajine © shutterstock.com
Tajine © shutterstock.com

Preisniveau

Auch wenn Marokko kein extrem günstiges Reiseland ist, sind die Preise niedriger als in Europa. Bezahlt wird in Dirham, wobei an touristischen Orten auch Euroscheine akzeptiert werden. Für ein hübsches Doppelzimmer haben wir meist um die 70 Euro pro Nacht ausgegeben. Für eine Mahlzeit in einem einfachen Restaurant muss man grob gesagt zwischen fünf und zehn Euro pro Person rechnen. Natürlich variieren die Preise extrem: vom teuren Luxusurlaub bis zum günstigen Backpacker-Trip ist alles möglich.

Marakkesch © Romeo Felsenreich

Transport

Wenn ihr Marokko individuell bereisen möchtet, dann empfehlen wir euch, ein Auto zu mieten. Keine Panik: das klingt abenteuerlicher als es ist. Der Hase läuft dort nämlich auch nicht anders als bei uns. Die Straßen sind zum Großteil erstaunlich gut ausgebaut, es kann aber schon einmal vorkommen, dass eine Landstraße plötzlich in eine Schotterpiste mündet. Einen geländetauglichen Wagen haben wir trotzdem nie vermisst. Außerhalb der Städte ist der Verkehr total unproblematisch. In Städten wie Marrakesch oder Fès kann das Fahren schon einmal etwas überfordern. Hier würden wir euch empfehlen, das Auto nahe eurer Unterkunft abzustellen und vor Ort auf Taxis zu setzen. Keine Sorge übrigens: in Marokko herrscht Rechtsverkehr. Außerdem erleichtern die zweisprachigen Straßenschilder (arabische und lateinische Schrift) die Orientierung enorm.

Mit dem Mietauto durch Marokko © Romeo Felsenreich

Als Navi empfehlen wir euch eine Offline-App für euer Smartphone. Wenn man nicht gerade in einer Stadt unterwegs ist, dann ist auch die gute alte Landkarte völlig ausreichend. Einen internationalen Führerschein hatten wir nicht dabei und wurden niemals danach gefragt (nicht einmal bei Polizeikontrollen). Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der lässt sich einen solchen am besten rechtzeitig vor Abreise ausstellen. Wer nicht selbst fahren möchte, der organisiert sich am besten einen privaten Fahrer.

Straße in Marokko © Romeo Felsenreich

Sicherheit

Im Großen und Ganzen haben wir uns immer sicher und nie bedroht gefühlt – weder in Städten und schon gar nicht in kleineren Dörfern. Einzig in den engen, dunklen Gassen Marrakeschs war uns nachts ein wenig mulmig zumute. Hier sollte man als alleinreisende Frau auf jeden Fall vorsichtiger und im Idealfall in Begleitung unterwegs sein.

Man muss sich darauf einstellen, dass die Polizeipräsenz an touristischen Orten sowie im Straßenverkehr extrem hoch ist. Auf unserem Road Trip fuhren wir an etwa zehn Polizei-Checkpoints vorbei. Negativ haben wir diese aber nicht erlebt. Ganz im Gegenteil: die Polizisten waren durchwegs kooperativ und haben uns gerne Auskunft gegeben, wenn wir sie nach dem Weg gefragt haben.

Auch wenn die Polizeipräsenz hoch ist, sollte man auf belebten Straßen bleiben © Romeo Felsenreich

Route

Natürlich kann man auch nur nach Marrakesch oder an die Strände von Agadir reisen, für uns war allerdings von Anfang an klar, dass es ein Road Trip sein muss. Wer zumindest zehn Tage Zeit hat, dem können wir unsere Route mit bestem Gewissen ans Herz legen:

Gestartet sind wir in Marrakesch. Weiter ging’s an den Drehort von Game of Thrones: Aït-Ben-Haddou. Über das Dadestal fuhren wir nach Merzouga, einem Ort am Rande der Sahara. Mit Zwischenstopp in Midelt ging unsere Reise weiter in die alte, faszinierende Königstadt Fès, ehe wir vor unserem Rückflug noch Casablanca erkundeten.

Moschee in Casablanca © Romeo Felsenreich

Ausblick auf Fez © Romeo Felsenreich


Habt ihr noch weitere Tipps für eine Reise nach Marokko? Hinterlasst doch einen Kommentar und erzählt von euren Erfahrungen!