Die Ostsee – Von Wismar bis Warnemünde

Ein typischer Strandurlaub in heißen Regionen ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Wenn ihr jedoch trotzdem nicht auf das Meer verzichten möchtet, dann kann euch Bloggerin Petra von Pixi mit Milch einen Urlaub an der Ostsee nur wärmstens empfehlen.

Deutschland hat, auch wenn man es vielleicht gar nicht glauben mag, viele schöne Ecken zu bieten. Da gibt es zum Beispiel die kontroversen Großstädte, wie Berlin, München und Hamburg, aber auch die ruhigen Regionen, wie das idyllische Allgäu oder die wunderschöne Ostsee. Ich bin kein Fan von Strandurlauben, liebe jedoch das Meer. An der Ostsee lassen sich diese widersprüchlichen Bedürfnisse vereinen und im Rahmen einer Pressereise durfte ich vor einiger Zeit eine wunderbare Tour durch das Ostsee-Gebiet machen und einige tolle Städte und Aktivitäten entdecken.

Wismar – Sightseeing durch die Altstadt

Wismar ist zwar keine allzu große, dafür aber eine wunderschöne Stadt mit viel Geschichte, einem hübschen Hafen und einigen Sehenswürdigkeiten. 2001 wurde die Altstadt Wismars in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Weil es bei solch geschichtsträchtigen Städten wie Wismar Sinn macht, mehr über sie in Erfahrung zu bringen, haben wir eine Stadtführung genossen, die am riesigen Marktplatz, der im Winter übrigens zu einem großen Weihnachtsmarkt umgestaltet wird, begann. Unsere Tour führte uns vorbei an interessanten Bauwerken ganz unterschiedlicher Bauweise. Eine Besonderheit ist die Kirche St. Georgen, die nach dem 2. Weltkrieg restauriert und teilweise neu aufgebaut werden musste. Heute ist sie ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe und wird unter anderem für Konzerte und Aufführungen genutzt. Besonders empfehlenswert ist jedoch die Aussichtsplattform, die mit einem Lift oder einer Wendeltreppe erreicht werden kann und von der aus man einen grandiosen Blick über die gesamte Stadt hat. Wer mehr über die Geschichte der Stadt erfahren will, sollte das Welt-Erbe-Haus besuchen, das nahe der Kirche liegt.

Am Hafen gibt es tolle Segelboote zu bestaunen © Petra Gschwendtner

Der Hafen von Wismar © Petra Gschwendtner

Typisches Norddeutsches Gebäude © Petra Gschwendtner

Wir haben den Abend im Restaurant Oberdeck in der Seeperle ausklingen lassen und, typisch nordisch, köstlichen frischen Fisch verspeist. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir den direkt daneben liegenden Hafen entlang spaziert. Abends ist Wismar etwas verschlafen. Im Brauhaus am Lohberg kann man jedoch wunderbar Bier trinken gehen. Die regionale Spezialität ist die Mumme, ein dunkles Bier.

Essen in der Seeperle © Petra Gschwendtner

Kühlungsborn – Erlebnisgebiet trifft Erholung

Von Wismar aus ging es für uns mit dem Auto nach Kühlungsborn. Kühlungsborn ist der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs und verfügt über eine der längsten Strandpromenaden Deutschlands. An der Promenade findet man unzählige Hotels, Shops, Restaurants und Bars. Der kleine Ort lebt ganz klar vom Tourismus, ist aber trotzdem richtig schön. Am Strand findet man hier auch die bekannten Strandkörbe, die man mieten kann. Wer die Tage nicht nur faul am Strand verbringen möchte, kann auch sportlichen Aktivitäten in der Umgebung nachgehen. Wir waren beispielsweise im nur 3 km entfernten Golf Resort Wittenbeck, das eine riesige Golfanlage beherbergt und auch Golfkurse anbietet. Wer nicht ganz so weit weg will, besucht den Kletterwald in Kühlungsborn, der direkt hinter der Strandpromenade liegt. Der Kletterwald ist für die ganze Familie geeignet und sorgt mit Fahrrädern und langen Seilbahnen für Nervenkitzel. Es gibt sieben unterschiedliche Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden, schwindelfrei sollte man aber auf jeden Fall sein. An der Ostsee kann man außerdem ausgezeichnet segeln und surfen.

Strand in Kühlungsborn © Petra Gschwendtner

Typische Strandkörbe © Petra Gschwendtner

Petra hälft die wunderschöne Kulisse natürlich auch mit dem Handy fest © Petra Gschwendtner

Abenddämmerung © Petra Gschwendtner

Kulinarisch hat Kühlungsborn auch einiges zu bieten. Direkt am Yachthafen liegt das Restaurant Vielmeer, das mit seiner gemütlichen Terrasse und dem grandiosen Ausblick auf den Hafen zum Verweilen einlädt. Das Essen ist köstlich und abends kann man hier auch einen Cocktail oder ein Craft Beer trinken gehen. Im Edel & Scharf, direkt nebenan, gibt’s die angeblich beste Currywurst der Region. Ein besonders Highlight ist die Villa Astoria (Ostseeallee 2, 18225 Kühlungsborn), in der es nicht nur Suiten, sondern auch ein Gasthaus und ein Feinkost-Bistro gibt, beides geführt von Gourmetkoch Tillmann Hahn. In seinem neuen Restaurant kommen jedoch keine klassischen Gourmetteller auf den Tisch, sondern bodenständige Gerichte, die mit frischen Zutaten aus der Region hergestellt werden. Die Einrichtung ist chic, das Essen köstlich und der Blick in die Küche spannend.

Das Gasthaus in der Villa Astoria © Petra Gschwendtner

In der Villa Astoria kann man gut speisen © Petra Gschwendtner

Warnemünde – Wellness und Action in Rostock

Mit der MS Baltica ging es für uns von Kühlungsborn nach Warnemünde. Das Seebad Warnemünde ist ein Stadtteil im Norden von Rostock, der nicht nur über einen Strand, sondern auch über einen bedeuteten Hafenbereich, Alter Storm genannt, verfügt. Hier sieht man sowohl kleine Segelboote als auch große Yachten. Am Alter Storm liegen außerdem einige Lokale und Bars, perfekt für einen abendlichen Spaziergang. Wir haben im Hotel Neptun genächtigt, das von Außen nicht so prickelnd aussieht, aber Innen wunderschön ist. Die Zimmer sind geräumig, modern und allesamt mit einem Balkon ausgestattet. Wir hatten dadurch perfekte Sicht auf das Meer und den Strand, an dem – während wir dort waren – ein Musikfestival stattfand. Im obersten Stock befindet sich eine Sky Bar und für alle, die gerne entspannen möchten, gibt es einen Spa- und Wellness-Bereich, in dem man eine Original Thalasso-Behandlung genießen kann. Wir durften ein Meerwasserbad mit Algen und anschließender Massage nehmen und waren danach tiefenentspannt.

Frisches Obst im Hotel Neptun © Petra Gschwendtner

Mit dem Schiff nach Warnemünde © Petra Gschwendtner

Hafenrundfahrt © Petra Gschwendtner

Warnemünde © Petra Gschwendtner

Warnemünde hat, so wie Kühlungsborn, einen wunderbaren Strand und einen traumhaften Sonnenuntergang. Da Rostock mit der S-Bahn gar nicht weit entfernt ist, haben wir auch einen Tagesausflug in den Stadtkern gemacht und uns mittels Stadtführung die Sehenswürdigkeiten zeigen lassen. Nach einem Bummel durch die belebte Innenstadt war es dann wieder ganz angenehm, in das etwas entspanntere Warnemünde zurück zu fahren.

Barfuß im Sand © Petra Gschwendtner

Wann kommt die Flut? © Petra Gschwendtner

Zugang zum Strand © Petra Gschwendtner

Mecklenburgische Seenplatte und Müritz-Nationalpark

Ein ganz besonderes Highlight war für mich die Mecklenburgische Seenplatte, die gemeinsam mit dem Müritz-Nationalpark eine unfassbar tolle Landschaft und ganz viele Möglichkeiten bietet. Auch wenn das Gebiet nicht direkt an der Ostsee liegt, ist es definitiv einen Besuch wert.

Hausboot statt Hotel

Wer an einer Seenplatte Urlaub macht, braucht ganz klar ein Boot. Wir durften die Tage auf einem Hausboot, Typ Kormoran, von Kuhnle-Tours verbringen. Für mich war es das erste Mal auf einem Hausboot, aber hoffentlich nicht das letzte Mal. Unser Boot war sehr geräumig und voll ausgestattet. Es gab eine Küche mit allem, was man so braucht, zwei angenehme Betten, eine Toilette, eine Dusche, einen großen Gemeinschaftsraum mit Tisch und eine wunderbare Terrasse. Bettlaken werden zwar zu Verfügung gestellt, würde ich mir das nächste Mal, wenn ich längere Zeit auf dem Hausboot verbringe, aber selbst mitnehmen. Unser Boot lag im Hafendorf Müritz, das mit seinen skandinavischen Holzhäusern zwar zuckersüß aussieht, aber sonst nicht wirklich spannend ist. Der nächste Supermarkt liegt im ein paar Kilometer entfernten Rechlin, das nur mit Auto oder Fahrrad erreichbar ist. Wir haben die Abende auf der Terrasse am Hausboot verbracht und den schönen Sonnenuntergang genossen. In Waren (Müritz) gibt es ebenfalls eine Anlegestelle. Der Hafen liegt dort direkt am historischen Stadtkern und man hat viele nette Lokale, Cafés und auch Bars, die man besuchen kann. Wer abends also noch etwas unternehmen will, stellt sein Hausboot lieber dort ab.

Das Hausboot © Petra Gschwendtner

Sicht aus dem Hausboot © Petra Gschwendtner

Häuserfronten © Petra Gschwendtner

Abenddämmerung © Petra Gschwendtner

Mecklenburgische Seenplatte – 1.000 Seen entdecken

Viel spannender als die verschlafenen Orte ist die Mecklenburgische Seenplatte, die man mit den Mietbooten auch ohne Sportbootführerschein entdecken kann. Bevor man losfährt, bekommt man natürlich eine mehrstündige Einführung in Theorie und Praxis, sowie weitere Handbücher zum Nachlesen. Hat man das alles hinter sich gebracht, kann man die 1.000 Seen der Seenplatte auf eigene Faust mit dem Boot entdecken. Aber Achtung: An einem sonnigen Nachmittag ist trotz der Weitläufigkeit ganz schön viel los. Man sollte also auf jeden Fall ein bisschen üben und auch immer eine Karte dabei haben, damit man sich nicht verfährt. Neben Hausboottouren kann man aber auch andere sportliche Aktivitäten unternehmen, wie segeln, baden, Kanu fahren oder fischen. Neben dem gemieteten Hausboot haben wir uns außerdem Fahrräder von der Fahrrad-Station „radlon“ in Waren ausgeborgt, mit denen wir das Land erkundet haben.

Waren-Müritz © Petra Gschwendtner

Blick auf Waren-Müritz © Petra Gschwendtner

1000 Seen entdecken © Petra Gschwendtner

Müritz-Nationalpark – mit den Rad durch die Natur

Einen Tag lang haben wir den Müritz-Nationalpark mit unseren Fahrrädern durchfahren. Im 32.200 Hektar großen Nationalpark gibt es 107 Seen, Wald- und Moorgebiete und eine Vielzahl an seltenen Pflanzen- und Tierarten. Es gibt über 230 km ausgeschilderte Radwanderwege, die man in einer Gruppe, aber auch auf eigene Faust erkunden kann. Wir haben eine geführte Tour durch den Park genossen und sind so an vielen spannenden Plätzen vorbeigekommen und haben alles über die dort lebenden Pflanzen und Tiere erfahren. Ich würde definitiv eine geführte Tour empfehlen, da man so das meiste mitbekommt und nicht vom Weg abkommen kann. Eingekehrt sind wir im Landschaftspflegehof Müritzhof, auf dem einfache, aber leckere Gerichte mit Produkten aus der Region angeboten werden. Der Bauernhof ist über 100 Jahre alt und umfasst ein 300 ha großes Gebiet, dessen Flora und Fauna zielgerichtet gepflegt wird. Der Hof beherbergt auch alte Haustierrassen, wie Schweine und Ponys. Nach dem Mittagessen ging es durch das Moorgebiet und auf direktem Wege nach Federow, zur Nationalpark-Information. Von dort aus könnte man natürlich weiter mit dem Rad fahren, wir haben jedoch den Bus Richtung Rechlin, um zurück zum Hafendorf Müritz genommen, wo unser Hausboot lag.

Fahrradtour © Petra Gschwendtner

Natur erleben © Petra Gschwendtner

Landschaftspflegehof Müritzhof © Petra Gschwendtner

Essen im Landschaftspflegehof Müritzhof © Petra Gschwendtner

Nationalpark Müritz © Petra Gschwendtner

Die Kombination von Hausboot und Fahrrad war für uns perfekt und wir hatten wirklich wunderschöne Tage.

Was mir nach dieser Reise klar wurde: Die Ostsee hat so viele verschiedene Seiten, und so viel mehr als nur Strandkörbe und Strände zu bieten. Im Sommer, wo es an vielen andere Orten unerträglich heiß ist, ist es hier genau richtig. Und wer nicht den ganzen Urlaub am Strand verbringen möchte, kann viele andere Dinge unternehmen und entdecken.


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