Paris vs. London: Welche ist die Top-Stadt Europas? Teil 2

Romantisches Paris oder lieber die Lichter-Metropole London? Bloggerin Maria schickt die beiden europäischen Großstädte ins Rennen. Teil 2: Kunst, Kultur & Soziales.  

Der Punktestand nach der 1. Runde (Essen, Shopping, Party) lautet Paris: 2 – London: 3. Und nun, das Grande Finale.

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Kunst & Co.: Welche Stadt ist kulturell interessanter?

Turner vs. Monet, British Museum vs. Louvre – sowohl London als auch Paris weisen ein reiches kulturelles Erbe auf und es ist schwierig, diese zu vergleichen. Beide Städte besitzen hochkarätige Museen und Galerien.

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Paris – Bei meinem Paris Trip war ich zum unzähligsten Mal im Musee d’Orsay, um mir Lieblingsbilder von Edgar Degas bis Van Gogh anzusehen – ich rate jedoch davon ab, am Wochenende hinzugehen, wenn die Menschenschlangen sich bis ins Unendliche ziehen. Auch ein Louvre Besuch kann zum Mühsal werden, wenn man bestimmte Kunstwerke vor lauter Menschen nicht mehr sehen kann – selbst der Gratis-Eintritt jeden 1. Sonntag im Monat hilft da nicht weiter. Freunde der modernen Kunst werden den Palais de Tokyo lieben – Dauerausstellungen sowie temporäre Shows sind vielseitig, toll präsentiert und im Einklang mit der einzigartigen Architektur des Museums. Auch das Museumsrestaurant ist übrigens ein Genuss für Augen und Magen.


Museen in Paris


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London – Tate Modern und Tate Britain, das Museumsviertel in South Kensington, das South Bank Centre – all diese Kunst-, Natur- und Historikmuseen in London sind zum Großteil kostenlos zugänglich. Nur temporäre Ausstellungen sind kostenpflichtig, und diese sind hochkarätig – man kann sich sicher sein, dass beliebte Schauen hier als erstes (oder meist nach New York 😉 ) stattfinden. Während meines kurzen Trips durfte ich etwa die Lebensschau des verstorbenen Designers Alexander Mcqueen im Victoria & Albert Museum sehen – ein einzigartiges, multimediales Spektakel. Zwei bei Kultur-Trips häufig übersehene Perlen sind die Serpentine Galleries in South Kensington und die Whitechapel Gallery im Osten.


Museen in London


Fazit: Die Kunst, ob (post-)modern oder ,klassisch‘, möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Was jedoch Angebot, Preise und Besucher-Erlebnis angeht, hat für mich London die Nase leicht vorne – aufgrund der langen Öffnungszeiten und freien Eintritte sind die Ausstellungsräume beinahe nie überfüllt.

Paris: 2 – London: 3

Architektur & Historisches: Welche Stadt ist sehenswerter?

Paris – Ich war noch nie auf der Spitze des Eiffelturms, habe aber gehört, das die Aussicht langes Warten in der Schlange oder hohe Preise wieder wett macht. Einen spektakulären Blick hat man meiner Erfahrung nach jedenfalls vom Dach des Arc de Triomphe, besonders schön kann man hier die Struktur von Paris beobachten, deren Straßen sternförmig vom Arc ausgehen.

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Architektonisch hat Paris so einiges zu bieten – egal, ob man ziellos durch die Straßen bzw. entlang der Seine spaziert oder Kirchen wie Notre-Dame, Sacré-Cœur und Saint-Germain-des-Prés bewundert. Verschiedenste Stilepochen fügen sich im Pariser Stadtbild zu einem harmonischen Ganzen und auch abseits des hübschen Zentrums gibt es sehenswerte Punkte. Meine Freundin zeigte mir etwa ihr Lieblingsviertel Belleville, das seinem Namen alle Ehre macht – hier zeigt sich Paris von seiner weniger touristischen Seite mit Straßen voller Streetart, Wohnhäusern, kleinen Lokalen und vor allem dem Parc de Belleville, von dem man die ganze Stadt überblicken kann.

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London – Diese Stadt hat seine architektonischen Höhepunkte – St. Paul’s Cathedral, Westminster Abbey oder das berühmte Gherkin-Gebäude (offiziell 30 St Mary Axe) sind definitiv sehenswert. Viele historische Bauwerke sind dem großen Feuer 1666 zum Opfer gefallen. Grundsätzlich dominieren rote Ziegelbauten oder moderne Glasfassaden, das Panorama der Stadt wird genau durch diese Kontraste geprägt.

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Mein Tipp für Architekturinteressierte ist die Battersea Power Station südlich der Themse – ein ehemaliges Kraftwerk im schlichten, aber beeindruckenden Art Deco Stil. Den besten Eindruck der gesamten Stadt hat man wohl vom Deck eines Doppeldecker Busses oder aus den Fenstern der Overground Trains – es lohnt sich also, die Tube ab und an zu verlassen. Für eine Panorama Blick auf London muss man übrigens nicht viel Geld für das London Eye oder eine Fahrt auf die Spitze des Shard Gebäudes ausgeben, das Café des Tate Modern Museums oder der Hügel von Hampstead Heath sind kostenlose Alternativen.

Fazit: Was historische Vielfalt und ikonische Sehenswürdigkeiten angeht, so liegt Paris hier vorne – selbst der Buckingham Palace und die Royals kommen nicht an die Postkartenmotive heran. Paris besitzt einen gewissen Charme, den London mit seinen Ziegelgebäuden und Wolkenkratzern einfach nicht erreichen kann.

Paris: 3 – London: 3

City-Vibe: Wo fühlt man sich am wohlsten?

Nun zum letzten, entscheidenden Punkt – man könnte noch vieles vergleichen: Hotels, Ausflugsmöglichkeiten, Transportsysteme, Parks und so weiter – politische oder wirtschaftliche Faktoren klammere ich als Touristin einmal aus. Aber welcher Faktor bringt uns tatsächlich dazu, sich in eine Stadt zu verlieben, so dass wir immer wieder zurückkommen wollen? Ich nenne es den „Vibe“ einer Stadt – die Menschen und das Lebensgefühl, das einem vermittelt wird. Also ein höchst subjektives Kriterium, das wohl jeder für sich entscheiden muss.

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Paris est belle – die Häuser und Gassen, die Menschen und ihre Sprache sind ein Genuss für alle Sinne. Pariser habe ich als lebhafte, leidenschaftliche aber auch entspannte Leute erlebt. Wenn man jedoch nicht französisch spricht, merkt man trotz der guten Englischkenntnisse vieler Pariser eine gewisse Kommunikationshürde. Mir ist sehr positiv aufgefallen, wie sich die interkulturellen Einflüsse in Paris zu einem bunten Ganzen vermischen – dennoch wirken die Städter wie ein Völkchen, das gern unter sich bleibt und Besucher auch wie solche behandelt. Die hohen Preise überall und der sehr schicke Grundton erhöhen dieses Flair der leichten Unnahbarkeit.

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London wiederum überrollt einen fast mit Menschen, Lichtern, Tönen – eine wahre Großstadt, in der hektische Menschenmassen zum Alltag gehören. Jedes Jahr kommen Menschen hier her, um sich Träume zu erfüllen oder einfach mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, viele ziehen nach kurzer Zeit wieder weiter. Diese Dynamik überträgt sich auf den Charakter der Stadt – London wirkt offen, voller Möglichkeiten und es ist nicht schwierig, neue Leute kennenzulernen – alteingesessene Londoner trifft man selten, temporäre dafür zuhauf. Eine gewisse Energie strömt durch die Stadt und erfasst einen, als Ruhepole fungieren die einzelnen Viertel am Rande des Zentrums, die fast wie einzelne Dörfer kleine Welten in sich sind.

Fazit: London wird also wohl doch die Stadt meines Herzens bleiben, ich werde den britischen Sarkasmus und den Londoner Übermut immer einer exzentrischen Schönheit wie Paris vorziehen.

Endstand: Paris: 3 – London: 4

 

Welche Stadt hat euer Herz erobert – Paris, London oder eine andere Metropole? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

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