Portugals Westküste: Von Lissabon über Coimbra nach Porto

Portugal, ein euphorisches und zugleich entspanntes Land, klassisch und modern, reich und arm. An keinem anderen Ort sind Lebensfreude und Melancholie so eng benachbart. Bloggerin Carina von Modelirium entführt uns an die Westküste Portugals, dem Land der Kontraste.

Lissabon

Lissabon zählt definitiv zu den spannendsten und gleichermaßen entspannendsten Hauptstädten Europas. Die leichtlebige Metropole am Tejo strahlt eine derartige Gelassenheit aus, dass selbst ich innerhalb weniger Stunden zur Ruhe komme – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir beschließen, den Stadtteil abseits des Flusses zu erkunden. Lissabon wurde nämlich auf sieben Hügeln erbaut, sprich man ist ununterbrochen am Keuchen und Schwitzen. Ich nehme das jedoch gerne auf mich, denn als Belohnung erwarten einem die fantastischsten Ausblicke überhaupt, wobei keiner dem anderen gleicht. Zu den schönsten Aussichtspunkten zählen auf jeden Fall der Castelo de Sao Jorge und Portas do Sol, sowie die 42 Meter hohe Plattform Elevador de Santa Justa.

Lissabon © Carina Dieringer

Lissabon © Carina Dieringer

Blick zum Meer © Carina Dieringer

Nachdem wir genug gekeucht und geschwitzt haben, fahren wir als Alternative mit einem sogenannten Tuk Tuk, einem dreirädigen Motorrad (Abenteuer pur!). Später erkunden wir die Stadt mit der berühmten gelben Straßenbahn, wobei einem nicht einmal dabei das Abenteuer erspart bleibt, denn die Bahnen schlängeln sich so nahe an Hauswänden vorbei, dass mir ganz angst und bange wird. Ich beobachte die Straßenbahnfahrer und Geduld bekommt eine neue Bedeutung. Es ist keine Seltenheit, dass die Straßenbahn einige Minuten lang anhalten muss, weil ein mitten auf der Straße geparktes Auto den Weg versperrt- die Fahrer zeigen keinen Hauch von Ungeduld, ganz im Gegenteil, sie versprühen pure Ruhe.

Gelbe Straßenbahn © Carina Dieringer

Eine Straßenbahn schlängelt sich an Häusern vorbei © Shutterstock.com

Jeder Stadtteil Lissabons ist anders, wobei Alfama zweifellos zu meinen Lieblingsgegenden zählt. Die engen Gässchen des Bezirks sind mit bunten Wäscheleinen verbunden und streckt man die Arme aus, berührt man an manchen Stellen sogar beide Hauswände. Rund um die Festungsanlage Castelo de Sao Jorge hängen vor den Haustüren Käfige mit Kanarienvögel. Die Haustüren sind großteils blau gestrichen und die Hauswände mit Fliesen verziert. Bunte Fliesen kann man übrigens genauso wie Kork in den unzähligen, netten Souvenirläden kaufen. Auch den Stadtteil Alto finde ich sehr schön. Während es hier tagsüber eher ruhig abläuft, mutiert die Gegend mit seinen zahlreichen Kneipen in der Abenddämmerung zum Ausgehviertel schlechthin.

Lissabon © Carina Dieringer

Lissabon © Carina Dieringer

Die Gassen Lissabons © Carina Dieringer

Dort wo der Fluss Tejo ins Meer mündet, steht der Torre de Belem, eins der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Dieser zählt zu einem der wenigen Sehenswürdigkeiten, die das starke Erdbeben im Jahre 1755 überstanden haben. Etwa drei Kilometer davor befindet sich die prachtvolle Brücke „Ponte 25 de abril, die mich ein wenig an die Golden Gate Bridge von San Francisco erinnert. Hier beim Fluss laden an manchen Stellen kleine Strandabschnitte zum Baden ein.

Ponte 25 de abril © Carina Dieringer

Unbedingt besuchen müsst ihr auch den Platz Praça Restauradores, sowie den Markt „Mercado de Ribeira. Während sich in einem Gebäude ein gewöhnlicher Handel mit Gemüse, Fisch und Co. befindet, gibt’s in der angrenzenden Markthalle Sushi, Eis und viele portugiesische Köstlichkeiten. Apropos essen: Absolut vorzüglich schmeckt das weltbekannte Pastel de Nata, beziehungsweise Pasteis de Belem – ein Blätterteigtörtchen mit Vanillepuddingfüllung. Es wird an jeder Straßenecke angeboten und schmeckt einfach fabelhaft! Auch folgende Lokale kann ich euch sehr ans Herz legen: Noobai CaféPois CaféLa fabbrica della felicita und Delta Café.

Pastel de Nata © Carina Dieringer

Coimbra

Portugal wird so oft auf Lissabon und die Algarve reduziert, obwohl das Land vielmehr zu bieten hat. Aus diesem Grund machen wir uns von Lissabon auf den Weg nach Coimbra, einem kleinen historisch geprägten Städtchen.

Coimbra ist bei weitem nicht so bunt wie Lissabon. Vielmehr punktet die Studentenstadt mit geschichtlichen Bauten, die sich allesamt zu Fuß erkunden lassen. Besonders schön finde ich die Kathedrale „Sé Velhe und den Markt „Mercado Municipal D. Pedro V, bei dem man das süßeste Obst überhaupt um ganz wenig Geld erstehen kann.

Über den Dächern Coimbras © Carina Dieringer

Coimbra © Carina Dieringer

Katzen © Carina Dieringer

In Coimbra ist die bedeutendste Universität Portugals beheimatet, die am höchsten Punkt der Altstadt liegt und zu den ältesten Universitäten Europas zählt. Fast ein Drittel aller Einwohner von Coimbra sind Studenten, weswegen abends Hochbetrieb in den Bars herrscht. Wenn ihr in Coimbra seid, müsst ihr euch unbedingt von den leidenschaftlichen Klängen des Fados, dem berühmten Musikstil aus Portugal, entführen lassen. Wer authentisches, portugiesisches Leben sucht, wird in Coimbra definitiv fündig und das fast ganz ohne Touristen.

Coimbra © Carina Dieringer

Coimbra © Carina Dieringer

Universität in Coimbra © Carina Dieringer

Porto

Es heißt doch so schön, dass alle guten Dinge drei sind und so beschließen wir nach unserem Aufenthalt in Lissabon und Coimbra noch einen dreitägigen Abstecher nach Porto zu machen. Zwar ändern sich dort die sommerlichen Temperaturen schlagartig, das portugiesische Flair nimmt jedoch keineswegs ab.

Porto © Carina Dieringer

Porto ist nach Lissabon die zweitgrößte Stadt Portugals und gilt zudem als Namensgeber des Landes. Das Städtchen ist vor allem aufgrund des roten, süßlichen Portweins, dessen Trauben im nordportugiesischen Douro-Tal heranreifen, weltbekannt. Gründe, die für eine Reise nach Porto sprechen, gibt es jedoch weitaus mehr.

Die am Duoro gelegene Altstadt ist sehr kontrastreich: malerische, bunte Häuser und prunkvolle Kirchen verweilen neben leerstehenden Bruchbuden. Wir schlendern den Fluss entlang, kehren dann und wann in eine Kneipe ein, wo wir Stockfisch oder Francesinha, ein landestypisches Sandwich, verzehren und lassen die portugiesische Gemütlichkeit auf uns wirken.

Hauswand in Porto © Carina Dieringer

© Carina Dieringer

Vom Hafen aus kann man eine Flussfahrt machen, um das charmante Städtchen und seine Gegend vom Wasser aus zu erkunden. Die Seilbahn wiederum bietet einen Blick von oben. Wir entscheiden uns, die Stadt zu Fuß zu erforschen und spazieren über die Eisenbrücke auf die andere Seite des Flusses, wobei man dabei allerdings schwindelfrei sein sollte. Belohnt werden wir mit einer fantastischen Aussicht, von wo aus sich wunderbar postkartenähnliche Fotos knipsen lassen. Wir wandern bis zum Kloster Nossa Senhora da Serra do Pilar und machen ein kleines Picknick.

Porto © Carina Dieringer

Einen halben Tag verbringen wir in der Buchhandlung Livraria Lello e Irmão – meiner Meinung nach ein absolutes Muss bei einem Porto Besuch. Anscheinend soll der kleine, urige Laden für Harry Potter Autorin J. K. Rowling als Inspiration für Hogwarts gedient haben und sobald man den Raum betritt, zweifelt man keineswegs daran. Die Vielzahl der Bücher lädt ein zum Schmökern und Verweilen – ein Traum für Leseratten wie mich! Der Eintritt beträgt übrigens drei Euro, den man jedoch bei dem Kauf eines Buches gutgeschrieben bekommt.

Von den Lokalen her habe ich auch wieder ein paar Empfehlungen für euch: Besonders lecker gespeist haben wir im Cashina Boutique Café (superleckeres Frühstück!), im Maus Habitos, in der Markthalle Mercado Bom Sucesso, im Café Duas de Letra sowie im Galerias Lumiére.

Den letzten Tag unseres Portugal Trips wollen wir noch einmal zum Meer und so nehmen wir in Porto die blaue Metrolinie und fahren bis zur Station „Mercado“. Von dort aus geht man zwar noch einmal etwa 20 Minuten bis man das Meer erreicht hat, dafür erwartet einem ein wunderschönes Schwimmbad, das mich sehr an den berühmten Pool am Bondi Beach in Australien erinnert. Leider ist es zu kalt zum Baden, doch ich bin mir ohnehin sicher, dass ich bald wieder zurückkehren werde.

Schwimmbad am Strand von Porto © Carina Dieringer

Am Strand © Carina Dieringer

 

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