Norwegen – ein Roadtrip durch den hohen Norden

Beeindruckende Fjorde und wilde Natur im hohen Norden – willkommen in Norwegen. Unsere Kollegin Sindy schnappte sich ihr Auto für eine Rundreise und öffnet ihr Reisetagebuch für euch.

Letztes Frühjahr war es endlich soweit, es ging los Richtung Norwegen. Wir haben die Reise schon vorgefertigt als Rundreise Fjell – und Fjordnorwegen über Dertour gebucht und unseren privaten PKW gewählt. Man könnte jedoch auch direkt über Dertour oder sonstige Mietwagenanbieter einen Mietwagen buchen. Bei dieser Rundreise sind alle Hotels schon vorab gebucht und auch die Route wird vorgegeben – was für richtige Norwegen-Anfänger wirklich Gold wert ist. Man kann zwischen Mittelklasse und gehobenen Mittelklasse Hotel wählen. Wir haben uns für die gehobene Variante entschieden, da der Preisunterschied wirklich nur minimal war.

Mit der Fähre von Kiel nach Norwegen

Früh morgens ging es also los, wir starteten unsere Reise Richtung Kiel. Dort angekommen, sahen wir auch schon dieses riesige Fährschiff namens Color Line am Hafen stehen. Wir hatten für diese Fahrt eine Innenkabine gebucht, was absolut ausreichend war. Auf dem Fährschiff ist wirklich viel geboten, was ich persönlich nie gedacht hätte. Ich kannte das bisher nur von richtigen Kreuzfahrtschiffen. Von Casino bis Abendshows war da alles dabei. Auch das Essen war super lecker.

Leider hatten wir es versäumt, vor der Reise ein paar Lebensmittel einzukaufen. Zum Glück konnten wir uns noch auf dem Schiff (Duty Free) mit Getränken eindecken. Die Preise für Getränke und Essen sind in Norwegen wirklich sehr hoch – aber dazu komme ich später noch.

Wir fuhren um 14 Uhr los und kamen am nächsten Tag um 10 Uhr morgens in Oslo an.

Oslo © Shutterstock.com / Die Route

Oslo – Wir starten unseren Roadtrip

Die Ausschiffung erfolgte ziemlich zügig, sodass wir gleich zu unserem Hotel Scandic Holmenkollen fahren konnten. Die Lage des Hotels ist wirklich traumhaft schön, man sieht über ganz Oslo.

Ebenso befindet sich gleich nebenan der bekannte Holmenkollen. Die nationale Ski Arena Holmenkollen ist die meist besuchte Touristenattraktion Norwegens. Zu ihr gehört das Holmenkollen Ski Museum und die Sprungschanze. Jeden Winter finden hier die Veranstaltungen zum Nordischen Ski-Weltcup statt und 2011 war die neue, moderne Skisprungarena der Austragungsort der FIS Nordischen Skiweltmeisterschaft. Im Inneren der Skischanze befindet sich das älteste Skimuseum der Welt mit einer Ausstellung zur 4000-jährigen Geschichte des Skilaufens.

Holmenkollen © Shutterstock.com

Angeln in Geilo

Am nächsten Tag ging es dann früh raus. Direkt nach dem Frühstück packten wir unsere Koffer und es ging los Richtung Geilo. Die Fahrt dorthin war einfach traumhaft. Ich muss dazu sagen, dass in Norwegen die Uhren anders ticken als bei uns. Die Norweger sind sehr gelassene, freundliche Menschen. Die Mentalität steckt einen sofort an, was natürlich dem Erholungseffekt absolut zugute kommt.

In der Beschreibung von Dertour werden immer gewisse Sehenswürdigkeiten vorgeschlagen. Aber das Tolle an einer Autotour ist eben, dass man selbst entscheiden kann, was man sehen möchte. Wir sind jetzt nicht unbedingt nach Norwegen gefahren, um Kirchen zu besichtigen, sondern um die Landschaft zu erkunden.

Wir hatten uns in Norwegen eine Angel gekauft, da wir unsere private Angel zu Hause vergessen hatten. Die sind aber preislich absolut OK und bekommt man fast in allen Supermärkten vor Ort. Wir fuhren früh morgens los und wenn uns eine Gegend besonders gut gefallen hat, haben wir eingekehrt und die Angel ausgeworfen. In fast allen Seen oder Flüssen darf man ohne Fischerkarte angeln. Wir befragten dazu immer die Einheimischen. Und sollte man wirklich mal eine Karte kaufen müssen, ist diese nicht teuer. (ca. 5-10 Euro/Tag)

Das Angeln war jeden Tag ein Highlight für uns. Diese Stille und Landschaft… ich kann es in Worten gar nicht ausdrücken.

Essen in Norwegen

Zwischendurch auf dem Weg zum nächsten Hotel sind wir immer wieder in einen Supermarkt eingekehrt, da das Essen in Norwegen sehr teuer ist. Für nachmittags haben wir uns immer kleine Snacks besorgt und abends sind wir dann immer essen gegangen.

Hier mal ein paar Beispiele, um eine gewisse Vorstellung zu bekommen:

Pizza = 20 Euro
Flasche Bier = 10 Euro
Ceasar Salad = 18 Euro
1/4 Liter Hauswein = 14 Euro

Ich besuchte am zweiten Tag eine ehemalige Kollegin von mir, die vor ein paar Jahren nach Norwegen ausgewandert ist. Das war einfach nur traumhaft für mich, weil ich direkt kennenlernen durfte, wie man so typisch einheimisch lebt. Auch von den Norwegens Köstlichkeiten durfte ich kosten.

Links auf dem Bild ist gut zu erkennen, dass es sich hier um Pfannkuchen handelt. Bei den Norwegern gibt es von früh bis abends Pfannkuchen. Entweder mit Butter, Marmelade/Konfitüre oder aber auch mit einem Streichkäse (in der Mitte des Bildes zu erkennen). Ansonsten bekommt man fast überall frischen Fisch serviert – total lecker.

Aber kommen wir zurück zu unserer Tour.

Geilo ist ein Wintersportort, der sehr klein und schnuckelig ist. Den schönen Tag haben wir am hoteleigenen Kaminofen (Dr. Holms) ausklingen lassen und uns für die Weiterfahrt am nächsten Morgen gestärkt.

Unterwegs nach Bergen

Auf dem Weg Richtung Bergen durchquerten wir Europas größtes Hochland, die beeindruckende Hardangervidda. Im Osten ist die Landschaft noch relativ flach und durch viele Seen gekennzeichnet, im Westen dagegen gibt es steil aufragende Berge. Die Fahrt war ein Traum und man ist wirklich ziemlich entspannt dabei. Die Hotels sind max. 350 km voneinander entfernt und das ist wirklich total ok, wenn man zwischendurch mal eine Pause macht.

In Norwegen gibt es unzählige Flüsse und kleine Wasserfälle. Das Wasser war glasklar und man hatte alleine beim Atmen schon das Gefühl, dass die Luft total rein ist.

Ich kann euch ein Navi im Auto nur wärmstens empfehlen, denn ich persönlich hätte mich wahrscheinlich verirrt. Manchmal war es nämlich auch so, dass wir Strecken gewählt haben, die mit einer kleinen Fähre überquert werden mussten. Die Fähren sind preislich wirklich in Ordnung (ca. 10 Euro pro Überfahrt).

Am späten Nachmittag kamen wir in Bergen an. Eine wunderschöne bunte Stadt.

Nach mehreren verheerenden Stadtbränden (1702, 1855, 1916), die durch die typisch norwegische Holzbauweise begünstigt wurden, erließ die Stadt Verordnungen, die den Bau von Holzhäusern auf dem Stadtgebiet nicht mehr gestattete. Das Hafenviertel Bryggen, das bei den Stadtbränden mehrmals nicht verschont blieb, wurde nach jeder Zerstörung nach originalen Plänen wieder aufgebaut. Das Profil ist daher heute noch dasselbe wie im 12. Jahrhundert. Aus diesem Grund wurde Bryggen als Beispiel hanseatischer Baukunst in Norwegen durch die UNESCO 1979 zum Weltkulturerbe ernannt.

Bergen © Shutterstock.com

Frischer Fischfang wird in dieser Hafenstadt ganz groß geschrieben. Daher sind wir nach Ankunft im Hotel gleich zum Hafen gegangen. Hier gibt es mehrere tolle Fisch-Restaurants wo wir natürlich auch gleich unser Abendessen speisten. Falls man zwischendurch mal ein bisschen shoppen möchte, ist man in dieser Stadt wunderbar aufgehoben. Es reihen sich zahlreiche Geschäfte aneinander & es ist für Jedermann etwas dabei.

Wir haben uns jedoch für einen Abendspaziergang am Hafen entschieden und sind total müde ins Bett gefallen.
Ich persönlich war total auf den nächsten Tag gespannt, denn ich wusste, ich werde meinen ersten Fjord sehen, den Sognefjord.

Der Sognefjord ist der längste Fjord Norwegens. Die Region um den Fjord zählt als eine der schönsten Gegend Norwegens.

Sognefjord © Sindy Oberreiter

Floro und Alesund

Wir sind ziemlich bald in Floro und unserem kleinen schnuckeligen Hotel Quality Floro angekommen, fuhren danach an einen ruhige See, wieder mal zum Angeln. Es war traumhaft! Man kann dort wirklich gut die Seele baumeln lassen. Wenn man keine Lust auf angeln hat, dann schnappt man sich eben ein Buch.

Am nächsten Tag ging es in die hübsche Jugendstilstadt Alesund. Auch in dieser Stadt ist im 19. Jahrhundert ein Großfeuer ausgebrochen. Dadurch sind ca. 850 Häuser abgebrannt. Die Stadt wurde anschließend im modernen Jugendstil wieder aufgebaut.

Wir kamen erst abends in Alesund an, unser Hotel war das Scandic Parken, ein tolles Hotel. Nach dem Essen sind wir noch in eine Bar gegangen, man gönnt sich ja sonst nichts. Das Gute daran ist, dass man nächsten Tag keinen Kater hat, weil die alkoholischen Getränke einfach viel zu teuer sind.  Hier empfehle ich auch, dass man sich auf die Reise von zu Hause aus etwas mitnimmt. Aber Vorsicht, es gibt hier eine Grenze, wie viel man einführen darf. Dazu am besten schon vorher informieren, sonst gibt’s hohe Geldstrafen.

Geiranger Fjord – das Highlight der Reise

Ausgeschlafen und richtig satt sind wir dann Richtung Molde gefahren. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Mädchen. Wir besuchten nämlich den Geiranger Fjord – mein absolutes Highlight der Reise!
Der zum UNESCO Weltnaturerbe zählende Fjord ist von steilen Bergwänden & wunderschönen Wasserfällen umgeben. Diese Region soll touristisch sehr überlaufen sein, deshalb empfiehlt sich ein Besuch außerhalb der Saison.

Am Fuße des Geiranger Fjord gibt es ein paar nette Cafes und Souvenir Geschäfte, aber auch eine Tagestour mit einem Schiff kann man buchen. Die Größe des Fjords und auch diese Natur dazu ist einfach unbeschreiblich. Es war das Schönste was ich je in meinem Leben gesehen habe.

Die Reise neigt sich dem Ende zu

Nach diesem tollen Tag am Geiranger Fjord machten wir auf den Weg nach Molde, eine Küstenstadt die aufgrund der üppigen Vegetation auch „Stadt der Rosen“ genannt wird. Auf der Fahrt fuhren wir durch den Seeort Kristiansund und passierten dabei 8 Brücken (hintereinander!). Die Fahrt war ein echtes Highlight.

Einer unserer letzten Stopps war Roros eine kleine Stadt mit total niedlichen Gassen. Wir nutzten die letzte Gelegenheit um nochmals, richtig, zu angeln bevor ich am nächsten Tag noch ein Highlight erlebte:
Wir fuhren durch eine ruhige Gegend, zwischen zwei Wäldern und plötzlich standen 6 große Tiere vor uns. Wir dachten erst, das wären Elche, aber wie sich im Nachhinein heraus stellte, waren es Rentiere. Wahnsinn! Die standen direkt am Straßenrand. Ich hab sogar das Auto verlassen, um näher an die Tiere zu gelangen. Aber die Tiere waren etwas scheu und liefen davon. Unser letzter Tag mit diesem unglaublichen Erlebnis.

Die Fahrt von Beitostolen nach Oslo war auch wieder sehr schön. Wenn man eine Reise nach Norwegen macht, geht es mehr um die wunderschöne Natur. Das ist zumindest meine Meinung.

Fazit der Reise

Norwegen war immer schon ein Traum von uns und dieser Traum wurde wahr. Alle Bilder die man so im TV oder sonstigen Medien sieht sind wahr.

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